Ersticken

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“Eine Unfallversicherung deckt nur Schäden ab, die durch eine plötzliche, unfreiwillige Einwirkung von außen auf den Körper hervorgerufen wurden. Ob ein Ersticken als Unfall in diesem Sinne zu werten ist, muss stets unter Berücksichtigung der besonderen Umstände des Einzelfall entschieden werden.
Die Rechtsprechung geht etwa von einem Unfall aus, wenn sich jemand an einer Fischgräte, einem Kaugummi, Obstkernen oder Ähnlichem verschluckt und erstickt, weil der entsprechende Gegenstand versehentlich in die Luftröhre gerät. Erstickt eine Person durch Nahrung oder Fremdkörper, die bereits in ihren Magen gelangt waren, liegt nach herrschender Meinung kein Unfallereignis vor. So wertete das OLG Hamm ein Ersticken an Erbrochenem im Zuge der Ernährung über eine Magensonde nicht als Unfall, weil es sich hier um einen rein körperinternen Vorgang handele.
Auch das Ersticken, Ertrinken oder Erfrieren im Wasser ist grundsätzlich nicht von der Unfallversicherung abgedeckt. Es besteht jedoch die Möglichkeit, den Versicherungsschutz durch eine entsprechende vertragliche Zusatzvereinbarung mit dem Versicherer auf diese Risiken auszuweiten.”